Qualifizierungsprogramm für ausbildende Fachkräfte
Machen Sie sich fit für IHRE Rolle und Aufgaben als ausbildende Fachkraft
In dem modular aufgebauten Qualifizierungsprogramm für ausbildende Fachkräfte – auch bekannt als Ausbildungsbeauftragte, Ausbildungspaten etc. – werden grundlegende Themen wie Haltung und Rollenverständnis, Rahmenbedingungen der Ausbildung, Selbstorganisiertes Lernen, digitale Lernmedien und Nachhaltigkeit im Sinne des Konzeptes der Lernprozessbegleitung bearbeitet und besprochen.
Intensiv werden die Phasen der Lernprozessbegleitung, das Erkennen von lernhaltigen Arbeitsprozessen und deren Umwandlung in Lernaufgaben behandelt. Eine Transferaufgabe zur praxisnahen Bearbeitung im Betrieb zwischen den Modulen 2 und 3 sichert den Lernerfolg. Begleitend werden kommunikative Fähigkeiten wie konstruktives Feedback und angemessenes Beurteilen vermittelt.
Mit einem optional angebotenen weiteren Modul werden Teilnehmende des Qualifizierungsprogramms aus allen Industriebranchen angesprochen. Die Umwandlung von Arbeits- in Lernaufgaben wird berufsspezifisch vertieft und ein Netzwerk zu Menschen aus dem gleichen Arbeitsumfeld geschaffen.
Zielgruppe und Rahmenbedingungen
Die Zielgruppe des Qualifizierungsprogramms sind ausbildende Fachkräfte aller Industriebranchen, die dezentral am Lernort Praxis die Inhalte aus dem Ausbildungsrahmenplan und dem betrieblichen Ausbildungsplan vermitteln. Die Gruppengröße ist auf maximal zwölf Teilnehmende beschränkt.
4 Pflichtmodule (1 Abschlussmodul optional) je Modul 1 Tag in Präsenz (à 8 UE)
Idealerweise finden Modul 1 und 2 ebenso Modul 3 und 4 an aufeinanderfolgenden Tagen statt. Zwischen Modul 2 und 3 sollten mindestens 4 Wochen zum Bearbeiten einer freiwilligen Transaufgabe liegen. Das optionale Abschlussmodul sollte frühestens 4 Wochen nach Beendigung von Modul 4 stattfinden.
Termine Modul 1 + 2
02.04. / 03.04.2025 (jeweils 08:00 – 16:00 Uhr) Kurs A
17.09. / 18.09.2025 (jeweils 08:00 – 16:00 Uhr) Kurs B
Termine Modul 3 + 4
14.05. / 15.05.2025 (jeweils 08:00 – 16:00 Uhr) Kurs A
29.10. / 30.10.2025 (jeweils 08:00 – 16:00 Uhr) Kurs B
Gesamtpreis Modul 1 – 4
1.600,- €/pro Teilnehmer:in
Die Seminarmatrix umfasst Querschnittsthemen wie Kommunikations- und Feedbackkultur, informelles Lernen, die Transformation von Arbeitsprozessen in Lernprozesse sowie arbeitsintegriertes Lernen in allen Modulen.
Sie haben noch Fragen oder interessieren sich für die Teilnahme am Programm? Dann melden Sie sich gerne bei Carsten Kießler für alle weiteren Informationen.
Pflichtmodule
Das Verständnis für die Verantwortung der ausbildenden Fachkraft als Lernprozessbegleitung anstelle der „allwissenden Vermittlung“ von Fachwissen steht im Mittelpunkt dieses Moduls. Neben grundlegenden Informationen zur beruflichen Ausbildung erfahren Sie, warum nur eine handlungs- und prozessorientierte Ausbildung Ihre Auszubildenden zielgerichtet auf die selbstständige Übernahme ihrer zukünftigen Arbeitsaufgaben vorbereiten kann und warum die Fähigkeit zum Selbstorganisierten Lernen nicht nur für Auszubildende das Handwerkzeug der Zukunft darstellt. Jede Generation ist einzigartig und die unserer aktuellen Auszubildenden ganz besonders. Wir stehen der Generation Z gegenüber, die Generation α steht in den Startlöchern. Ein Verständnis für die Zielgruppe und deren Bedürfnisse ist unerlässlich, um den Aufgaben als ausbildende Fachkraft gerecht werden zu können.
Inhalte
> Haltung und Rollenverständnis der ausbildenden Fachkraft
> Rechtliche Rahmenbedingungen in der Berufsausbildung (Arbeitszeiten, Rechte & Pflichten und Ausbildungsordnung)
> Einführung in das selbstorganisierte Lernen und die Handlungs- und Prozessorientierte Ausbildung
> Kommunikative Grundlagen
> Generationenkompetenz (Identifikation und Umgang mit der Zielgruppe)
Ihr Nutzen
> Reflexion Ihrer Rolle als ausbildende Fachkraft
> Sensibilisierung für Ihre rechtliche Verantwortung
> Erkennen, warum eine Modernisierung der Ausbildung dringend notwendig ist und wie diese in der Praxis umgesetzt werden kann
> Sensibilisierung für die Bedürfnisse der heutigen Auszubildenden
Methoden
Input, moderierte Diskussionen, Erfahrungsaustausch und Reflexion, Team-/Gruppenarbeiten, Digitale Abfragen, Videosequenzen
Dieses Modul gibt einen Überblick über die Grundlagen der Lernpsychologie in Bezug auf die betriebliche Ausbildung und was einen Unterweiser von einem Lernprozessbegleiter unterscheidet. Theoretische Grundlagen der Lernprozessbegleitung werden erarbeitet und auf das eigene Aufgabengebiet übertragen. Nach der gemeinsamen Identifikation von lernhaltigen Arbeitsprozessen aus dem eigenen Arbeitsumfeld wird anhand von realen und individuellen Arbeitsprozessen effektiv herausgearbeitet, wie Arbeits- in Lernprozesse umgewandelt werden.
Inhalte
> Einführung in die Lernpsychologie (Wie funktioniert Lernen?)
> Phasen und Zweckmäßigkeit der Lernprozessbegleitung
> Erkennen von lernhaltigen Arbeitsprozessen
> Systematische Umwandlung von Arbeits- in Lernprozesse anhand von Beispielen aus dem Alltag
Ihr Nutzen
> Erwerb von Basiskompetenzen für den Vermittlungs- und Lernerfolg
> Aneignung von Grundlagen für die praktische Durchführung der Lernprozessbegleitung
> Identifikation von lernhaltigen Arbeitsprozessen aus dem eigenen Arbeitsumfeld
> Erstellung einer berufs- und praxistypischen Arbeits- und Lernaufgabe aus dem beruflichen Tätigkeitsfeld
Methoden
Input, moderierte Diskussionen, Erfahrungsaustausch und Reflexion, Team-/Gruppenarbeiten, Digitale Abfragen, Videosequenzen
Der Hauptfokus liegt auf dem intensiven Erfahrungsaustausch aus der Erstellung der unterschiedlichen Lern- und Arbeitsaufgaben aus der Transferaufgabe. Sie diskutieren mit den anderen Teilnehmenden über Herausforderungen bei der Umsetzung und profitieren von den individuellen Erkenntnissen der anderen Teilnehmenden.
Ein weiteres Kernthema ist die zielführende Kommunikation im Ausbildungsalltag im Rahmen von konstruktivem Feedback, bei der objektiven Beurteilung von Ausbildungssituationen und Auszubildenden sowie die Begleitung beim Überwinden von Lernklippen und Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung.
Inhalte
> Umwandlung eigener Arbeits- in Lernprozesse
> Präsentation der Transferaufgaben und kollegialer Erfahrungsaustausch
> Lern- und Arbeitsaufgaben aus unterschiedlichen Aufgabengebieten
> Positive Kommunikationskultur und konstruktives Feedback
> Identifikation von Lernklippen und Begleitung bei deren Überwindung
> Objektives Beurteilen als Führungs- und Entwicklungsinstrument und Vermeidung von Beurteilungsfehlern
Ihr Nutzen
> Tipps und Tricks bei der Entwicklung und Umwandlung von Arbeits- in Lernprozesse
> Steigerung der kommunikativen Kompetenz
> Konstruktiver Umgang mit schwierigen Situationen
> Sicherheit bei der Führung von Beurteilungsgesprächen und Vermeidung von Beurteilungsfehlern
Methoden
Input, moderierte Diskussionen, Erfahrungsaustausch und Reflexion, Team-/Gruppenarbeiten, Videosequenzen von Ausbildungssituationen, Sketch Noting zur Dokumentation der Ergebnisse
Dieses Modul richtet den Fokus wieder auf die Wichtigkeit von selbstorganisiertem Lernen und wie Auszubildende hierzu motiviert werden können. Weitere wichtige Themenfelder sind Neuerungen der Standardberufsbildpositionen, die seit 2021 verbindlicher Bestandteil der Ausbildungsordnungen und somit prüfungsrelevant sind. Hier fokussieren wir uns insbesondere auf Nachhaltigkeit in der Ausbildung und den Einsatz von Digitalen Lernmedien und Recherchekompetenz in der Ausbildung.
Inhalte
> Selbstorganisiertes Lernen und Umsetzung im betrieblichen Ablauf
> Erläuterung der neuen Standardberufsbildpositionen
> Digitale Lernmedien und deren Einsatzmöglichkeiten in der Ausbildung
> Recherchekompetenz im digitalen Umfeld
> Förderung des Verständnisses und Integration von Nachhaltigkeit in den drei Nachhaltigkeitsdimensionen in die Berufsausbildung
Ihr Nutzen
> Anwendung von selbstorganisiertem Lernen und dessen Beitrag zum Ausbildungserfolg
> Sicherheit im Einsatz von digitalen Lernmedien in der Ausbildung
> Sicherheit bei der digitalen Informationsbeschaffung und Erkennen von Gefahren durch Desinformation in den digitalen Medien
> Anregungen für den Umgang mit den drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökonomie, Ökologie und soziale Aspekte)
Methoden
Input, praktische Übungen, moderierte Diskussion, Erfahrungsaustausch und Reflexion, Digitales Quiz, Videosequenzen
Optionales Abschlussmodul
Das Abschlussmodul richtet sich gezielt an Teilnehmende des Qualifizierungsprogramms der individuellen berufsspezifischen Berufsgruppen bzw. interdisziplinären Berufsgruppen. Sie erarbeiten gemeinsam alltagstaugliche Konzepte für die Umwandlung von Arbeits- in Lernaufgaben und bilden dabei ein hilfreiches Netzwerk aus einem ähnlichen Arbeitsumfeld.
Inhalte
> Umwandlung berufstypischer Arbeits- in Lernprozesse
> Inhalte des Qualifizierungsprogramm als Seminar- und Kompetenzmatrix erkennen und reflektieren
> Entwicklung eines berufsgruppentypischen Lernprozesses aus dem eigenen Arbeitsbereich unter Nutzung eines Fallbeispiels aus der Seminar- und Kompetenzmatrix
> Netzwerkbildung der Ausbildenden Fachkräfte
Ihr Nutzen
> Umwandlung von Arbeits- in Lernprozesse aus dem eigenen berufsspezifischen Aufgabengebiet
> Erkenntnis des Mehrwerts interdisziplinärer Zusammenarbeit und Netzwerkbildung
Methoden
Team-/Gruppenarbeiten, kollegialer Erfahrungsaustausch und moderierte Diskussion
Das Qualifizierungsprogramm für ausbildende Fachkräfte wurde in Kooperation mit dem Schwesterprojekt “BB Chemie” im Rahmen des InnoVET-Projekts “Bildungsbrücken OWL” entwickelt und erfolgreich erprobt.
Bildungsbrücken OWL war ein Verbundprojekt der Lippe Bildung eG zusammen mit der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, dem Eigenbetrieb Schulen des Kreises Lippe und der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe für exzellente berufliche Bildung in OWL.